Schlagwort: Philipp Wollscheid

Frankfurt im Steigflug

Das war am Freitag eine sehr ordentliche Leistung und zumindest kein unverdienter Sieg der Eintracht. Auch wenn Zambrano vom Platz hätte fliegen müssen und Kiyotake einen tollen Schuß an den Pfosten setzte. Die Kaltschnäuzigkeit des Aufsteigers ist bemerkenswert. Obwohl mit Schwegler und Occean zwei wichtige Spieler früh im Spiel verletzt rausmussten, kamen die Hessen immer besser ins Spiel. Hoffer hatte bei der ersten guten Chance die Nervenstärke, die Pekhart, und das Durchsetzungsvermögen, das Mak (noch) fehlen.

Ich hatte das Gefühl, dass die Möglichkeit, für eine Nacht Tabellenführer zu werden, beim Club eine gewisse Schüchternheit hervorrief. Erster? Wir? Muss das sein? Ausgerechnet heute? Vor all den Leuten? Auch ein Unentschieden wäre nicht unverdient gewesen, aber wenn eine Mannschaft ihren Lauf hat, dann hat sie auch das entsprechende Glück, damit Polters gestocherter Ball knapp vorbei und nicht reingeht.

Sieben Punkte nach diesem Startprogramm ist mehr als ordentlich für den Club, der eher ein Sturmproblem hat, als dass der Weggang Wollscheids Kopfzerbrechen machen würde. Die Mannschaft ist noch nicht eingespielt unter Wettkampfbedingungen, das konnte man an den bisweilen katastrophalen Fehlpässen vor Inius 2-0 sehen. Als es nach dem Wiederanpfiff darum ging, Frankfurt einzuschnüren, stellte sich der Club mit seinem miserablen Aufbauspiel selbst ein Bein. Blindes Spielverständnis läßt sich auch durch gute Standards nicht ersetzen. Ich verstehe nicht, warum Cohen keine Chance über drei, vier Spiele bekommt. Gegen die rustikalen Frankfurter wäre er einer gewesen, der dagegen hätte halten können. Spielerisch würde er sich in dieses Mittelfeld sehr gut einfügen. Trotz Gebhardt und Pinola ist die Mannschaft nicht giftig genug. Zu viel Barcelona und zu wenig Cottbus, etwas verkürzt ausgedrückt.

Der Tabellenzweite darf sich jetzt auf Dortmund freuen. Die jungen Lüdenscheider haben Mühe, nach der Champions League die Spannung hochzuhalten, möglicherweise ist die Kloppsche Vorwärtsverteidigung für die dauernde Doppelbelastung zu energieraubend. Gegen den HSV gab es die Niederlage wegen mangelnder Konzentration, nicht weil die Vaartianer spielerisch so stark gewesen wären. Weidenfeller wirkte geradezu wie sediert. Könnte gut sein, dass die Homegrown Hessenboys in dieser englischen Woche gegen den Meister ihren nächsten Coup landen. Blöd nur, dass das Stadion in Frankfurt ein Dach hat. Sonst könnte man jetzt prognostisch in die Runde raunen: The Sky Is The Limit.

Manager Spiel 2012 – Die Nachlese

Seit einigen Tagen basteln sie wieder an ihren Aufstellungen, Die kicker-Managerinnen und Manager, die in Liga Eins, Zwei und Drei mittlerweile zahlreiche Varianten zur Auswahl haben. Ich werde mich wie in der Vorsaison auf Liga Eins beschränken. Einmal habe ich alle drei Ligen Classic und Interactiv gespielt und habe mich bei der Pflege meiner drei interactiven Startelfs völlig verzettelt. Wie im letzten Jahr werde ich mir auch diesmal erst einen Classic-Kader mit 15 Spielern zusammenstellen und diesen dann im Interactive erweitern.

Meine Bilanz der letzten Saison sieht gemischt aus. In der Classic-Variante kam ich mit 350 Punkten auf einen recht ordentlichen Platz 8802 von 123.487 Teilnehmern. Platz 1 (geteilt durch 18) ginge umgerechnet bis Platz 6860, also ein guter zweiter Platz in einem 18er-Feld. An den letzten drei Spieltagen verlor ich noch einmal 3000 Plätze. Hauptpunktelieferanten waren Reus (186), ter Stegen (86), Raul (77), Hanke (42), Holtby (30) und Wollscheid (26). Raul ist weg, die anderen haben preislich zum Teil kräftig angezogen. Reus als teuerster Spieler bleibt mit Sicherheit außen vor. Wenn er sich verletzt, ist ein Drittel des Etats futsch. Weniger erfreulich waren Rodnei (-55) und Feulner (-28), der vorher hochgelobte Mak ging mit einer schwarzen Null aus dem Rennen. Ihm wird erneut der Durchbruch prophezeit. Mal sehen.

In der Interactive-Variante fiel das Ergebnis mit 1148 Punkten und Platz 63.310 von 238.893 MitspielerInnen etwas durchwachsener aus. In einer 18er-Tabelle läge ich auf einem soliden fünften Platz, aber es war mehr drin. Von den weiteren Spieler waren Tiffert und Eichner wenig überzeugend, leider auch die in der Winterpause eingetauschten Pizarro (für Arnautovic) und Dante (für Rodnei).  Pizarro spielte von seinen 179 Punkten lediglich 38 für mich ein. Dante kam auf 127  Punkte insgesamt und brachte für mich nur 28. Hosogai war gut (87 ingesamt, 42 für mich), muss sich bei Bayer jetzt aber wieder hinten anstellen. Am 23. Spieltag hatte ich noch auf Platz 22633 gelegen (im 18er Feld Platz 2), danach ging es ziemlich fix bergab mit Abstürzen um 11000 und 12000 Plätze am 27. und 34. Spieltag. Die Champions League im letzten Saisondrittel verspielt. Kein Wunder, Reus war verletzt, Esswein, Hanke und ter Stegen schwächelten. Mit drei Absteigerspielern im Kader hätte es schlimmer kommen können. Vor allem Tifferts Leistungsverfall war eine böse Überraschung.

Schade, dass der kicker die in der  Winterpause weggetauschten Spieler in der Kaderübersicht nicht weiter ausweist. Dann könnte man noch besser sehen, ob es richtig war zu tauschen.

In der kommenden Saison werde ich erstmals in einer Liga von Interactive-Spielern dabei sein, dazu und zum neuen Kader mehr nach dem Saisonbeginn. Keine Bayern und keine Frankfurter, so viel sei verraten.

Leihfix statt Verleihnix am Valznerweiher

Am Tag des Derbys Club – Bayern verstieg sich Christof Kneer (SZ) zu der Aussage: „Dieser Tage sind die Bayern mit diversen Ausleihgeschäften gar eine Art Entwicklungshelfer für den fränkischen Rivalen.“ Es stimmt zwar, dass Breno und Ottl in der schwierigen Saison 2009/10 einen Beitrag zum Klassenerhalt geleistet haben und Ekici in der Vorsaison auch ganz gut war. Allerdings ist Bayern nur einer von vielen Vereinen, mit denen Nürnberg klug und planvoll Geschäfte macht. Hegeler, Risse und Reinartz kamen auf Leihbasis aus Leverkusen, Schieber und Didavi aus Stuttgart, Choupo-Moting vom HSV. Sie waren allesamt wichtige Ergänzungen, manchmal sogar Leistungsträger. Mit dem Risiko, jedes Jahr wesentliche Spieler zu verlieren, weiß der Club umzugehen. Es ist zwar ärgerlich, wenn Choupo-Moting und Risse als unabkömmlich zum Hausverein zurückbeordert werden, um dann alsbald an Mainz, einen Mitkonkurrenten um Platz 8 bis 15 weitergereicht zu werden, aber der Club leiht ja nicht nur Spieler aus.

Durch die Verkäufe von Diekmeier (HSV), Wollscheid (Leverkusen), Kluge (Schalke) und Gündogan (Dortmund) sowie schon vorher Kießling (Leverkusen), Vittek (OSC Lille) und Saenko (Spartak Moskau) hat sich der Club – ohne Entwicklungshilfe – nahezu schuldenfrei gemacht. Mit Eßwein, Chandler, Pekhart, Cohen, Nilsson, Simons, Frantz, Maroh sowie natürlich Schäfer und Pinola hat er einen soliden Stamm fest unter Vertrag, Feulner und Balitsch waren echte Schnäppchen. Längst hat es sich herumgesprochen, dass man in Nürnberg als junger Spieler überdurchschnittlich gute Entwicklungschancen hat. Mendler, Mak und Wießmeier sind Spieler, die vor dem nächsten Schritt stehen, Bunjaku ist ein Knipser auf Abruf.

Zuletzt waren es eher die Bayern-Verantwortlichen als die Clubfans, die nach einem Derby Grund hatten, vor Wut zu schäumen. Nach dem 1-1 2011 wurde van Gaal entlassen, das 3-0 im Jahr 2007 mit einem Tor des Ex-Löwen Markus Schroth war ein beeindruckendes Willkommensgeschenk für den gerade reaktivierten Trainer Hitzfeld.

Feulner spielte übrigens bis 2004 auch für die Bayern, ehe er über Köln, Mainz und Dortmund zum Club kam. Wer Kneer auf Teufel komm raus zustimmen will, wird in diesem Werdegang einen Beweis für seine These sehen.