Monat: September 2012

Frankfurt im Steigflug

Das war am Freitag eine sehr ordentliche Leistung und zumindest kein unverdienter Sieg der Eintracht. Auch wenn Zambrano vom Platz hätte fliegen müssen und Kiyotake einen tollen Schuß an den Pfosten setzte. Die Kaltschnäuzigkeit des Aufsteigers ist bemerkenswert. Obwohl mit Schwegler und Occean zwei wichtige Spieler früh im Spiel verletzt rausmussten, kamen die Hessen immer besser ins Spiel. Hoffer hatte bei der ersten guten Chance die Nervenstärke, die Pekhart, und das Durchsetzungsvermögen, das Mak (noch) fehlen.

Ich hatte das Gefühl, dass die Möglichkeit, für eine Nacht Tabellenführer zu werden, beim Club eine gewisse Schüchternheit hervorrief. Erster? Wir? Muss das sein? Ausgerechnet heute? Vor all den Leuten? Auch ein Unentschieden wäre nicht unverdient gewesen, aber wenn eine Mannschaft ihren Lauf hat, dann hat sie auch das entsprechende Glück, damit Polters gestocherter Ball knapp vorbei und nicht reingeht.

Sieben Punkte nach diesem Startprogramm ist mehr als ordentlich für den Club, der eher ein Sturmproblem hat, als dass der Weggang Wollscheids Kopfzerbrechen machen würde. Die Mannschaft ist noch nicht eingespielt unter Wettkampfbedingungen, das konnte man an den bisweilen katastrophalen Fehlpässen vor Inius 2-0 sehen. Als es nach dem Wiederanpfiff darum ging, Frankfurt einzuschnüren, stellte sich der Club mit seinem miserablen Aufbauspiel selbst ein Bein. Blindes Spielverständnis läßt sich auch durch gute Standards nicht ersetzen. Ich verstehe nicht, warum Cohen keine Chance über drei, vier Spiele bekommt. Gegen die rustikalen Frankfurter wäre er einer gewesen, der dagegen hätte halten können. Spielerisch würde er sich in dieses Mittelfeld sehr gut einfügen. Trotz Gebhardt und Pinola ist die Mannschaft nicht giftig genug. Zu viel Barcelona und zu wenig Cottbus, etwas verkürzt ausgedrückt.

Der Tabellenzweite darf sich jetzt auf Dortmund freuen. Die jungen Lüdenscheider haben Mühe, nach der Champions League die Spannung hochzuhalten, möglicherweise ist die Kloppsche Vorwärtsverteidigung für die dauernde Doppelbelastung zu energieraubend. Gegen den HSV gab es die Niederlage wegen mangelnder Konzentration, nicht weil die Vaartianer spielerisch so stark gewesen wären. Weidenfeller wirkte geradezu wie sediert. Könnte gut sein, dass die Homegrown Hessenboys in dieser englischen Woche gegen den Meister ihren nächsten Coup landen. Blöd nur, dass das Stadion in Frankfurt ein Dach hat. Sonst könnte man jetzt prognostisch in die Runde raunen: The Sky Is The Limit.

Hauen uns die Nockerln heute von den Hockerln?

Obacht, denn die Österreicher sind so brandgefährlich wie schon lange nicht mehr. Es sieht wieder nach Fußball aus, nicht wie die Skulpturen im Schloß Schönbrunn, was da auf dem Rasen geboten wird. Gerade haben sie die Niederlande besiegt. Na gut, werden da manche sagen, gegen die Niederlande gewinnen im Moment alle, sogar wir. Aber trotzdem. Umbruch und Aufbruch sind das Motto der Stunde beim Nachbarn, auch in einer Alpenrepublik gibt es Leute, die den gepflegten Flachpass spielen können. Und dann gibt es diesen Trainerfuchs Koller. Österreich kämpft sich zum VfL Bochum des Weltfußballs empor. Es könnte also heute Abend heikel werden.

Mittelfristig plädiere ich dafür, mit zehn Offensiven und einem Torwart zu spielen, Neuer, Adler, ter Stegen, egal, alle außer Wiese. Die Abwehr können wir uns schenken. Dann gibt es keine Stellungsfehler und verwundbaren Schnittstellen mehr, sondern 90 Minuten lang erspielte Chancen, ein paar Glanzparaden, am Ende steht es dann 7-4 für uns. Oder 12-8. Wie damals im Schulhof, als es nur Offensivgenies gab. Und wir unsere Laktatwerte mit Sunkist manipulierten.

Åf gæds tzuh de Klassigærænege

Die Færøer, die Nordmeer-Brasilianer werden sie auch genannt. Welcher Gegner wære würdiger, um die WM-Saison für unser Team einzuläuten. Der Klassiker, der Klassigærænege steht heute Abend auf dem Programm.
Trainer Nielsen hat monatelang an der Åfstellung getøftelt und sich jetzt vøllig überraschend für ein 4 – 4 – 2 entschieden. Für den Kænner  hælt die erste Elf die eine oder andere Überraschung bereit.
Im Tor der junge Sturmsson für den international erfahrenen, aber verletzten Frumsson. Davor die Viererkette mit Olson, Olson, Olson und Olson. Im Mittelfeld dann Nilsson, Nilsson, Nilsson und Olson (für Nilsson) und im Sturm Olson und Nilsson (für Olson).
Auf der Bank warten Olson, Nilsson, Olson und der junge Nilsson, der in der zweiten Halbzeit für Nilsson kommen könnte, wenn die Ådduktoren swicken.
Keine leichte Aufgabe für das Team von Yogi Løw, schon manch einer ist gegen dieses Team unter die Ræder gekømmen.