Monat: Oktober 2010

Was für eine Kriminacht

Zum Schluß dreimal Verlängerung und zweimal Elfmeterschießen, das war wirklich eine packende Pokalrunde. Dortmund scheiterte am stärksten drittklassigen Team, das noch übrig war. Offenbach ist am Bieberer Berg im KO-Spiel eine richtig harte Nuss. Und am Ende waren es die Nerven von Barrios. Ob es eine gute Idee war, Helmes im anderen Elfmeterschießen gleich noch einmal schießen zu lassen, möchte ich bezweifeln. Dann muss eben ein anderer Spieler ran, sind ja elf. Keine gute Woche für den Geheimfavoriten Leverkusen. Harnik garantierte Stuttgart das Weiterkommen, erfreulicherweise gehört der von Gross ignorierte Knipser zu meinem Interactive-Kader, vielleicht geht ja auch endlich in der Liga was bei ihm. Cottbus und Aachen kämpfen zwei Erstligisten nieder, auch das Spiel Eintracht – HSV war bemerkenswert. Der HSV immerzu hui und pfui, das reicht nicht für Titel. Frankfurt auf dem Weg ins Endspiel? Auch 2007 spielten sie gut, scheiterten dann im grandiosen Halbfinale von Nürnberg. Mittlerweile wirken sie gefestigter, die Rückkehr von Chris macht aus der launischen Diva eine ganz andere Mannschaft. Der Club konnte nach dem Auftakt gegen Pokalschreck Nummer Eins, Eintracht Trier, glanzlos und solide gewinnen. Mir wäre ein Achtelfinale in Cottbus am liebsten, dann könnte ich hinfahren und es würde bestimmt ein richtig schöner Fight werden.

Auch am Dienstag war es spannend. Die Bremer scheiterten trotz des nicht gegebenen Tors vor allem an ihrer Chancenauswertung, wobei Arnautovics Lattentreffer nicht besser oder schlechter geschossen war als Schweinsteigers 2-1. Der ehemalige Schweini ist der entscheidende Mann im Moment. Beim Auftaktsieg gegen Wolfsburg, im Pokal und in der Liga. Mal abwarten, ob dieser Sieg die Wende bringt. Freiburg verlor unglücklich und kann in München zumindest einen Punkt holen. Zwölf Punkte sind schon eine Menge Holz, und es sind nicht nur die Verletzten. Lahm, Badstuber, Olic sind alle nicht so gut wie in der Vorsaison. Butt tauchte vor Prödls Tor unter dem Ball durch. Schalke spielte aus voller Überzeugung dröge und fad und wurde damit seiner Favoritenrolle gerecht.

Dass Hertha wieder rausgeflogen ist, kann eigentlich nicht überraschen, das Tor von Koblenz zum 1-0 war trotzdem sehenswert. Wenn man die Ergebnisse der Zweitligisten betrachtet, dann wird es bis zum Winter dort sehr eng werden. Duisburg und Augsburg kommen langsam in Fahrt, Cottbus beißt sich rein, selbst die mies gestarteten Aachener könnten noch nach oben kommen. Jetzt wird sich zeigen, ob Hertha die Nerven behält. Und in Fürth weinten die Playmobil-Männchen, das kann sonst nur Baby Born.

Mainz sagt, wo es langgeht

Sieben Siege zum Auftakt, das ist schon was. Andererseits, wenn man erst mal ins Laufen gekommen ist, glücken einem die Sachen auf dem Spielfeld wie von selbst. Und irgendwann kommt dann die erste Niederlage. Für Mainz in Gestalt des HSV, in der letzten Minute, daheim. Nach so einem Nackenschlag die richtige Antwort zu geben, zeichnet eine große Mannschaft aus. Und das hat es schon öfters gegeben bei Mainzer Siegen: Der Gegner war gar nicht mal schlecht. Mainz ist ein kleiner Verein, aber diese Mannschaft ist vermutlich doch mehr als nur der Alleinunterhalter der Hinrunde.  Wer in Leverkusen so entschlossen und kaltblütig dagegen hält, der kann bis zum Ende ganz oben mitspielen.

Wobei zu klären wäre, wo im Moment oben ist in dieser Tabelle. Bayern auf Platz elf mit vier Punkten Rückstand auf Platz vier hat immerhin Tuchfühlung (wenn auch kein Tuchelfeeling) zur Spitzengruppe. Die Abstiegszone beginnt wie so oft bei Nürnberg, die immerhin sechs Punkte Vorsprung auf den geliebten Relegationsplatz aufweisen. Merkwürdig daran ist nur, dass Nürnberg und Bayern punktgleich sind. Die Abstiegszone könnte auch bei Bayern beginnen und die Spitzengruppe bei Nürnberg enden.

All das ficht Mainz nicht an. Die haben jetzt ihre gelb-schwarzen Wochen mit Aachen im Pokal und Dortmund zum Spitzenspiel am Sonntag. Tuchel wäre gut beraten, Müller zumindest in der Hinrunde draußen zu lassen. Dieses Team paßt haargenau. Aber das weiß er selbst.

Ein Spieltag ohne Überraschungen

Alles wie erwartet: Eine späte Niederlage für Mainz, Gomez verprügelt weiter kleine Jungs, Lüdenscheid Tabellenführer, Kaiserslautern unbedarft, Hoffenheim offensivstark, Leverkusen nervenstark, St. Pauli kampfstark, Bremen mit Hängen und Würgen, Schalke weiter ohne Heimsieg. Wirklich, es war ein Spieltag ohne Überraschungen. Alles lief so, wie man es am achten Spieltag nach einer Länderspielpause erwarten konnte. Sieben Siege zum Start scheint das absolute Maximum zu sein, die schwarze Acht bringt kein Glück. Bremen und Bayern klettern langsam, aber nicht nur die beiden finden ihre Form. Die Mühen der Ebenen, der durchwachsene Start, tun Hoffenheim und Leverkusen sichtlich gut. Sich erst einmal in die Saison reinfinden zu müssen kann irgendwann von Vorteil sein. Bin gespannt, ob Mainz in Leverkusen dagegen halten kann, oder ob die Rückkehr der großen Namen – Helmes, Rolfes, irgendwann auch Ballack – auch Tuchels wilde Jungs vor unlösbare Probleme stellt. Ba, Obasi und Jaissle stehen auch wieder auf dem Platz.