Robert Vittek, Fußballgott

Am Schluß kuckte Marcello Lippi wie eine alte Frau, deren Kätzchen gerade überfahren worden ist: sehr weißhaarig, sehr traurig und sehr alt. Dass es ausgerechnet ein ehemaliger Clubberer und Schlüsselspieler unter Hans Meyer war, der Italien bereits in der Vorrunde aus dem Wettbewerb befördert hat, gab dem gestrigen Tag sein Sahnehäubchen. Es gibt nicht viele Spieler, die zwei Tore in einem Spiel gegen einen vierfachen Weltmeister schießen, die man mal live im Training gesehen hat, Zidane-Frisur, Scherzworte mit Mintal auf slowakisch eingeschlossen. Andere Spieler schrieben Fußballgeschichte, deren Namen vorher niemand kannte:  Kamil Kopunek, Shane Smeltz und Antolin Alcaraz heißen nicht nur wie Filmstars, sie sind in der Gruppe F 2010 unsterblich geworden.

Dass Skrtels Abwehr auf der Torlinie und das Abseitstor enge (und richtige) Entscheidungen waren, macht die Sache noch ein klein wenig charmanter. Ein ungerechtfertigter Elfmeter gegen Australien kann jetzt endlich in die ewigen Jagdgründe eingehen und muss nicht mehr als untote Fehlentscheidung von Stadion zu Stadion ziehen.

Italien hatte mit Buffon und Zambrotta immer noch echte Sympathieträger in seinen Reihen, aber die Generation 2006 wird abtreten. Wer derartig pomadigen Mist spielt, den kann weder Schlitzohrigkeit, taktische Finesse noch chronisch gutes Aussehen in die nächste Runde bringen. Vielleicht dauert es jetzt ja wieder 42 Jahre (1938 bis 1982), bis die Azzuri den fünften Titel holen. Gut Ding will Weile haben.

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3 Kommentare auf "Robert Vittek, Fußballgott"

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1ng0
Gast

pizza endstationi

don’t cry for me, italiener
südafrika ist viel zu kalt
und das hotel ein container
zambrotta vermisst seinen wald

freut euch auf drei freie wochen
kein training, kein fernsehn, kein spiel
endlich mal wieder schön kochen
im radio singt leise seal

schluss mit dem stress und dem hetzen
sonnenschein strahlt auf den bauch
könnt ihr die liege besetzen?
bis montag, dann kommen wir auch

fred
Gast

Zambrotta ok, aber Buffon ist bestimmt kein Sympathieträger. Wer Keltenkreuze auf Plakate malt, auf denen steht, man sei stolz, Italiener zu sein, früher schon mit rassistischen Sprüchen aufgefallen ist, sich widerspruchslos von den Neofaschisten verteidigen lässt und keine Gelegenheit auslässt, auf Balotelli einzutreten, der macht sich einer stramm rechten Gesinnung nicht eben unverdächtig.

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