Monat: Oktober 2009

Kuranyi kommt langsam auf Touren

Letzte Woche eins, diesmal zwei gegen den HSV. Kuranyi kommt langsam in Schwung. Er und Kießling sind im Moment die besten deutschen Offensivleute, Gomez hat immerhin drei, Klose und Poldi sind unter ferner liefen, Helmes ist noch verletzt.

Ich gehe nicht davon aus, dass Löw seine Meinung bezüglich Kuranyi ändert, aber das muss auch kein Nachteil sein: Wenn Klose und Gomez gegen die Elfenbeinküste Fußball zelebrieren, kann Kuranyi regenerieren. Und darüber phantasieren, dass ihn die Bundestrainer trotz seiner schlechten Manieren nachnominieren, um auf dem größten von allen Weltturnieren Bälle in des Gegners Netz zu platzieren.

Die Schweizer Macher

Im Moment bin ich hier nur sporadisch dabei, zu viele Nebensachen der Welt, um immer „am Ball“ zu bleiben.

Mal ehrlich, diese „Anführungszeichen“ gehen einem doch mächtig „auf“ das Gemächt, nicht „wahr“.

Hertha BSC war für Nürnberg der erwartet dankbare Aufbaugegner, wobei frühere Clubmannschaften auch gegen Vereine im Stadium fortgeschrittener Porösität jederzeit zu einem 0-0 mit der Spielnote 5,5 fähig gewesen wären. Nachdem ich gegen Bochum noch den Jugendstil als Entlastungsgrund angeführt hatte, sorgten der erfahrene Altinternationale Gygax und der lebenserfahrene Bunjaku für große Erleichterung in der Noris. Bunjaku fand ich schon beim 3-4 von Erfurt gegen Bayern im Pokal richtig gut, er ist einer der vielen spielintelligenten und viel zu seltenen torgefährlichen Spieler. Bei den Toren liegt Nürnberg auf dem vorletzten Platz, bei den Gegentoren immerhin auf Platz neun. Jetzt haben sie zum zweiten Mal ein Heimspiel zu null gewonnen, und ein 0-0 in Stuttgart geholt. Sehr langsam und mit Wolf kehrt die alte Abwehrstärke zurück.

Die beiden Schweizer Gygax und Bunjaku knüpfen an eine große Tradition an. Alain Sutter verzauberte in den Neunzigern die Fans, ehe er von den Säbenern in die Bedeutungslosigkeit gelockt wurde, Mario Cantaluppi war, bis Meyer ihn absägte, ein prima Abwehrchef in schwieriger Zeit. Von 1911 bis 1924 spielte Gustav Bark in der Abwehr. Er dürfte einer der ersten Schweizer Fußballspieler in Deutschland gewesen sein, zumindest war er einer der vereinstreuesten. Bark war ab 1916 Mannschaftskapitän und Spielertrainer. Mit ihm wurde die Mannschaft dreimal Meister und startete damit in ihre goldenen Zwanziger. Heute ist der Block 1a in der Nordkurve nach Bark benannt. Barks Heimatverein war der 1894 in Basel gegründete BSC Old Boys. Die alten Jungen tummeln sich gerade in der 2. Liga, die in der Schweiz 1. Liga heißt, weil die die 1. Liga dort AXPO Super League heißt. Eren Derdyiok hat beim BSC alle Nachwuchsmannschaften durchlaufen, und selbstverständlich haben sich die Young Boys Bern 1898 bei der Namensgebeung inspirieren lassen.

Zwei Punkte fehlen dem FC Jugendstil Valznerweiher noch, um im Soll zu sein. Einen könnten sie in Hoffenheim holen, besser noch drei gegen die wackeligen Ex-Überflieger. Danach kommt nämlich Green Hot Shit von der Weser und gegen Werder gab es den einzigen gefühlten Sieg seit Gustav Barks Zeiten im März 2007 in der formidablen ersten Rückrunde unter Meyer.

Auf dem Christkindlesmarkt kann man aus unerfindlichen Gründen auch Kuhglocken kaufen, na dann: Hopp, Schwyz.