Monat: März 2007

Fahrstuhl zum Schafott

Borussia Dortmund ist heute Abend schon mal eingestiegen. Könnte glatt sein, dass das Stadion in Fröttmaning in der nächsten Saison nicht mehr das Größte in der Zweiten Liga ist. Im kicker-Live-Ticker stand bei der letzten Einwechslung der Dortmunder in der 84. Minute: “Amoah soll noch einmal für Gefahr sorgen.” Die Wahrscheinlichkeit, dass es in Lüdenscheid Beck’s regnet ist im Moment größer als die Chance, dass ein Dortmunder Stürmer “Gefahr” entwickelt. Das Spiel folgte dem klassischen Drehbuchverlauf: Hier der mit allen Wassern gewaschene Abstiegsdauerkandidat, wild entschlossen, wie ein in die Enge getriebenes Frettchen. Nicht majestätisch, aber gefährlich. Dort die aufgeblasene Millionentruppe, bei der von Watzke bis Doll seit Wochen jeder nur Beschwichtigungsformeln zum Besten gibt, bei der die Spieler jeden Morgen in den Spiegel schauen und sagen: Wir doch nicht. Schwerer Boden, regensattes Abstiegskampfwetter, ein spätes Tor Marke hochverdienter Glücksschuß. Aus die Maus. Dortmund hat noch vier Auswärts- und drei Heimspiele, das nächste der Letzteren gegen Bremen. Aber es gibt auch gute Nachrichten: Der BVB wird wohl nicht nach Unterhaching fahren müssen. Das hat heute unter Werner Lorant 4:1 gegen Burghausen verloren. Im Fahrstuhl ist noch viel Platz.

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Schon jetzt vormerken !!

9. April 2007 – Ein Jahr “Volk ohne Raumdeckung”.

Aus diesem Anlaß gibt es am Ostermontag eine Lesung von und mit Rob Alef. Geboten werden die besten Flach- und Kurzpässe, Steilwitze, Kabinettstückchen, Schmähkritiken und Volltreffer aus den letzten zwölf Monaten. Dazu den aktuellen Bundesliga-Kommentar zum 28. Spieltag. Außerdem Gedichte und Prosa auch mit ohne Fußball. Verbindlich mit im Bundle ist ein extra-leckeres sri-lankisch-indisches Büffet für nur 8 Euro (Getränke extra).
Datum: 9. April 2007 (Ostermontag)
Lesung: 20 Uhr

Buffet: 21 Uhr

Ort: Restaurant Mathura, Kolonnenstr. 43, 10829 Berlin-Schöneberg, U/S-Bahn Yorckstraße, Kleistpark, Südkeuz, Bus 104.
Die Lesung ist kostenlos, das Buffet ist verpflichtend. Die Veranstaltung soll neben der Aufnahme geistiger Nahrung auch dazu dienen, die beste Auswärtsküche westlich von Colombo einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Verbindliche telefonische Anmeldung bitte ab sofort unter 030-787 157 15. Fankleidung optional. Alle Vereine willkommen.

Ein Kommentar zu “Fahrstuhl zum Schafott” (1)

wüllü
03.04.2007

Thomas Doll hat neulich einen schönen, weil wahren Satz gesagt:

“Mit mir wäre der HSV auch nicht abgestiegen!”

Unglücklicherweise ist ihm nur ein kleines Wort zu viel rausgerutscht……….

Alle reden vom Wetter, wir auch

Der kicker hat heute eine Prognose für die letzten acht Spieltage veröffentlicht, nach der Schalke Meister wird, Bayern Vierter, der HSV und Mainz absteigen. Leider haben sie verzichtet, die mutmaßlichen 72 Einzelergebnisse zu veröffentlichen. Nürnberg zum Beispiel, am Ende Sechster, kommt in den letzten acht Spielen nur auf weitere zehn Punkte. Das ist – mit Verlaub – ein bißchen kärglich gerechnet bei noch vier Heimspielen und auswärts in Bremen, Leverkusen und auf Schalke, also bei Mannschaften, die dem Club weniger Kopfzerbrechen bereiten als Bielefeld oder Cottbus. Nicht so wichtig. Hier stattdessen mein Tipp für den kommenden Spieltag, wobei von Fachverstand nicht notwendig die Rede sein sollte. Der gemeine Fan glaubt immer, IMMER, dass sein Team gewinnt. Verliert die Mannschaft das Hinspiel in der Championsleague zuhause mit 0:4, dann erscheint ein 5:1 im Rückspiel plötzlich nicht mehr völlig ausgeschlossen. Wer gegen die eigene Mannschaft wettet, kann auch darauf wetten, dass sein Kind beim Ablegen des Seepferdchenschwimmerabzeichens ertrinkt. Diese Sturheit in Herzensangelegenheiten verschafft den Wettbüros Gewinnmargen, von denen man als Betreiber eines Roulettetischs nur träumen kann. Anders gesagt: Diese Marge Gewinn wird nur noch von Marge Simpson übertroffen. Oder haben Sie schon mal jemand gesehen, der einen Schal mit “Pair” oder “Impair” getragen hat? Oder “13, forever Number One” auf dem Trikot? Es mag Lieblingszahlen geben, aber die Affinität ist eine andere als zu Fußballvereinen.

Having said this, now this:

Bayern – Schalke 1:1

Nürnberg – Hertha 2:0

Cottbus – Bremen 2:2

Bielefeld – Dortmund 1:0

Mainz – Leverkusen 2:2

Gladbach – Frankfurt 3:2

Stuttgart – Aachen 0:0

Bochum – Hannover 1:0

HSV – Wolfsburg 1:2

Mit anderen Worten: Auf 1 bis 4 alles unverändert, Nürnberg wieder auf fünf, Dortmund auf einem Abstiegsplatz, Gladbach wieder unter den Lebenden. Die Wölfe auf leisen Pfoten unterwegs Richtung UEFA-Cup.

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Schon jetzt vormerken !!

9. April 2007 – Ein Jahr “Volk ohne Raumdeckung”.

Aus diesem Anlaß gibt es am Ostermontag eine Lesung von und mit Rob Alef. Geboten werden die besten Flach- und Kurzpässe, Steilwitze, Kabinettstückchen, Schmähkritiken und Volltreffer aus den letzten zwölf Monaten. Dazu den aktuellen Bundesliga-Kommentar zum 28. Spieltag. Außerdem Gedichte und Prosa auch mit ohne Fußball. Verbindlich mit im Bundle ist ein extra-leckeres sri-lankisch-indisches Büffet für nur 8 Euro (Getränke extra).
Datum: 9. April 2007 (Ostermontag)
Lesung: 20 Uhr

Buffet: 21 Uhr

Ort: Restaurant Mathura, Kolonnenstr. 43, 10829 Berlin-Schöneberg, U/S-Bahn Yorckstraße, Kleistpark, Südkeuz, Bus 104.
Die Lesung ist kostenlos, das Buffet ist verpflichtend. Die Veranstaltung soll neben der Aufnahme geistiger Nahrung auch dazu dienen, die beste Auswärtsküche westlich von Colombo einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Verbindliche telefonische Anmeldung bitte ab sofort unter 030-787 157 15. Fankleidung optional. Alle Vereine willkommen.

Der Saum des Mantels des Bondscoachs

Am meisten hat mich an diesem europäischen Wochenende der Superlative der Bondscoachmantel beeindruckt. Der Bondscoachmantel wird, ähnlich wie der Iffland-Ring unter Schauspielern, im holländischen Fußball von Bondscoach zu Bondscoach weitergereicht, wenn es an der Zeit ist. Mit dem Bondscoachmantel kann man finster dreinblicken, wenn es Nullzunull steht, seinem imbezilen Fußvolk dort draußen auf dem Platz durch wildes Gestikulieren vergeblich seine ingeniöse Taktik nahzubringen versuchen und vor allem ausgewechselte Spieler keines Blickes würdigen, sondern wie die so früh verschiedene Mrs. Bates starr an ihnen vorbeiglotzen. All dies hat Marco van Basten beim Spiel gegen Rumänien in höchster Vollendung vorgeführt, und ich hätte an diesem Abend – so wie an den anderen etwa 15000 Abenden meines Lebens – kein holländischer Nationalspieler sein wollen. In Deutschland wollen Reporter immer listiglistig wissen, ob es laut geworden ist in der Kabine. In Holland war die Halbzeitpause stressig, wenn die Spieler den Saum des Mantels des Bondscoachs küssen mußten. Davor haben sie großen Bommel [sic!], denn sie müssen dafür auf den Knien Robben [sicsic !!].

Ansonsten zeigt sich der Erfolg der europäischen Idee an dem Umstand, dass die deutschen Fans in Prag “Auswärtssieg, Auswärtssieg !!” skandierten. Subtiler und zugleich glaubwürdiger hätte sich nicht zum Ausdruck bringen lassen, dass niemand mehr Anspruch auf die sudetendeutschen Gebiete erhebt. Eine schöne Geste, passend zum EU-Gipfel in Berlin. Jetzt noch ein Sieg bei der Eröffnung von New Wembley und die EM kann kommen.

Sollte die Schweiz dann tatsächlich gegen Holland spielen, machen wir daraus einen Bondscoach-Mantel-und-David-Degen-Film.

Kommentare zu “Der Saum des Mantels des Bondscoachs” (2)

Prager Erklärung // Entgrenzung
26.03.2007

[…] via: Volk ohne Raumdeckung […]

Heinz Wäscher
26.03.2007

Herr Alef, Herr Alef: Hochmut und billige Kalauer über Holländer kommen vor dem Fall. Damit sie ihr inneres Deutschlandfähnchen nicht zu heftig schwenken, hier noch einmal der Link zu den schönsten Videos aus der italienischen Werbung vor dem WM – mit Totti, Cannavaro und Luca Toni:

Rob Alef
26.03.2007

Sehr geehrter Herr Wäscher,

danke für den freundlichen Hinweis, aber ein Fähnchen habe und brauche ich nicht. Meinen Eintrag vom 5. Juli 2006 darf ich freundlich in Erinnerung bringen:

“Bevor die von Bild, Kerner und Konsorten unermüdlich herbeigewichste nationale Dauererektion zu einem 80-Millionen-Orgasmus kulminierte, hatten die Aufklärer um Jürgen Klinsmann ein Einsehen mit dem Rest der Welt und schieden aus. Nicht so früh, dass die Altfußballschranzen etwas gegen den neuen Stil sagen könnten, aber doch früh genug, um den “Über-alles”-Deutschen den Wind aus den Segeln und ihren Autowimpelchen zu nehmen.”

http://volk-ohne-raumdeckung.blogspot.com/2006/07/57-grade-noch-mal-gut-gegangen.html

Italien ist letztes Jahr verdient Weltmeister geworden, Rumänien hat am Samstag verdient einen Punkt geholt, Holland scheitert (mit der Ausnahme 1988) verdientermaßen seit mehr als dreißig Jahren an seiner Selbstüberschätzung.